Eine Mönchsgemeinschaft im Benediktinerorden lässt den Zugang zum Chorgebet offen für Gäste, die diese Zeit mit den Mönchen teilen wollen.
Das Chorgebet ist ein kostbarer Augenblick und eine regenerierende Erfahrung, um die der ganze Tag des Gastes und des Mönches kreist: Stille - Hören des Wort Gottes - persönliche Gespräche - Arbeit.
Hier kreuzen sich die Erwartungen des einen und des anderen. Hier finden, auf geheimnisvolle Art, die individuellen Leidenschaften und die Spannungen der Welt ihren Frieden. Eine von der Geschichtlichkeit abgesonderte Gotteserfahrung, in der der Vater Jesu Christi uns seine Treue und ewige Liebe in der Gabe des Heiligen Geistes offenbart, ist der Heiligen Schrift gemäß nicht vorstellbar.
Der Wunsch nach dem Chor
Die Pflege des Chorgebets durch die Mönchsgemeinschaft ist einer der Gründe, weshalb Gäste und Pilger für eine gewisse Zeit um Aufnahme in einem Kloster oder in einer Einsiedelei bitten.
In Camaldoli, wie anderswo, bemühen sich die Mönche einem monastischen Weg zu folgen, auf dem jeder den "Frieden des Herzens" sucht, den man als Einheit zwischen sich und Gott, zwischen sich und der Welt, zwischen sich und den anderen verstehen soll.
Dennoch gründet dieses Vorhaben auf der Gnade des Gebets und niemand sollte sich Illusionen machen bezüglich der Dauer des eigenen Friedens oder des Friedens eines anderen. Ohne Unterbrechung soll jeder diesen Zustand von der Ewigen Liebe erbitten, die sich täglich in den Fluss des Alltags hineingießt.
Mit dem Chorgebet unterstützt einer den anderen in den sich wandelnden Begebenheiten der Geschichte.